Gerade im Geschäftsleben lassen sich zwei grundlegende Ausrichtungen gut beobachten:
die Ergebnisorientierung und die Lösungsorientierung.
Vorweg: Es geht hier nicht um ein entweder–oder. Kaum ein Mensch ist ausschließlich das eine oder das andere. Vielmehr zeigt sich meist eine klare Tendenz – jemand ist eher ergebnisorientiert oder eher lösungsorientiert. Und dennoch ist der Unterschied wesentlich.
Ein ergebnisorientierter Mensch setzt sich ein Ziel und richtet seinen Fokus auf dessen Erreichung. Was jedoch oft unklar bleibt, ist der konkrete nächste Schritt: Was ist jetzt tatsächlich zu tun?
Ein lösungsorientierter Mensch hingegen richtet seine Aufmerksamkeit auf den aktuellen Standpunkt. Sein Fokus liegt darauf, wie man von hier weiterkommt – unabhängig davon, wie weit das angestrebte Ziel noch entfernt ist.
Damit wird ein zentraler Unterschied sichtbar:
Lösung bedeutet immer Jetzt. Ergebnis liegt immer in der Zukunft.
Ein Ergebnis setzt voraus, dass ein erster Schritt getan wird. Dieser kann leicht, naheliegend und einfach sein – oder aber eine komplexere Lösung erfordern. Doch ohne Lösung im Jetzt bleibt jedes Ergebnis abstrakt.
Lösungsorientierung ist kurzfristig, unmittelbar und auf das Klären eines Problems, einer Schwierigkeit oder das Abwenden einer belastenden Situation gerichtet.
Ergebnisorientierung hingegen ist langfristig angelegt. Sie geht häufig mit Abwarten, Prüfen, dem Einholen von Meinungen und Expertisen einher – wobei das Erreichen des eigenen Vorteils bzw. des gesetzten Ziels im Vordergrund steht.
Im Alltag zeigt sich diese Unterscheidung sehr deutlich:
Unternehmer sind in der Regel stark ergebnisorientiert – und müssen es auch sein. Visionen, Umsatzziele oder strategische Ausrichtungen sind ihr Aufgabenfeld. Entsprechend stellen sie Mitarbeitende ein, die lösungsorientiert arbeiten: Menschen, die Probleme erkennen und im Tagesgeschäft lösen.
Selbständige hingegen sind meist ausgeprägt lösungsorientiert. Sie haben in ihrer früheren Tätigkeit gelernt, eigenständig Lösungen zu finden und umzusetzen. Genau das befähigt sie zur Selbständigkeit. Dennoch werden nur wenige Selbständige tatsächlich Unternehmer – weil dafür eine starke Ergebnisorientierung notwendig wäre.
Diese beiden Ausrichtungen lassen sich sogar noch grundlegender betrachten:
Sie können als eine der frühesten Differenzierungen menschlichen Handelns verstanden werden: nicht biologisch, sondern wesensbezogen.
Tendenziell zeigt sich dabei, dass viele Frauen grundsätzlich stärker ergebnisorientiert, viele Männer grundsätzlich eher lösungsorientiert agieren – ohne dass dies eine feste Regel wäre. Gerade diese unterschiedlichen Blickrichtungen sind jedoch häufig Ursache für Missverständnisse, insbesondere in Beziehungen: Während der eine eine Lösung sucht, spricht der andere über ein gewünschtes Ergebnis.
Beide Perspektiven sind berechtigt. Entscheidend ist, sie zu erkennen – und situationsgerecht einsetzen zu können.
(Hubert Ehrenreich; dies ist nur ein Auszug aus einer umfangreicheren Abhandlung über dieses Thema, das derzeit in Buchform verfasst wird ©.)
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